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Geboren am 16.5.1931 am Schoberpaß, Vater Zimmerer und Sägemeister, seine Mutter war Tochter einer Holzfällerfamilie , als lediges Kind , was damals noch nicht so gesellschaftsfähig war wie heute. Durch Vaters Arbeit im Sägewerk, das damals schon mit Strom über einen Gleichstromgenerator versorgt wurde, kam Norbert Habe schon in der Kindheit mit Handwerk und Technik in Kontakt. Die Schulzeit war geprägt von langen Wegzeiten, Fußmarsch vom Paß, Bahnfahrt ins 30km entfernte Rottenmann, und retour.
Sein Bruder hatte damals in der Schule ein Modell Namens 'kleiner Winkler' gebaut.
Das war die Einstiegsdroge. Es gab noch wenig Baumaterial, aber in Rottenmann war ein Papier-Allerleigeschäft, in dem das Taschengeld fürs Essen gut angelegt wurde, in Holzleisten und Klebstoff. Auch Baupläne waren Mangelware. Doch schon wurden die ersten Eigenkonstruktionen gebaut.
Der weitere Ausbildungsweg nach Kriegsende führte Norbert Habe nach Graz, in die Bundeslehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik. Der Schulalltag war sehr geprägt vom Wiederaufbau des Gebäudes, die schwere Zeit, die Hungersnot und die doch große Distanz von zu Hause waren schließlich Grund genug diese Ausbildung abzubrechen. Habe's Vater war einverstanden, bestand aber auf einer guten Berufsausbildung - und hatte auch schon vorgefühlt. Bei einem Huf-und Wagenschmied in Kapfenberg war ein Vorstellungsgespräch vereinbart. Während des Gesprächs wurde Kapfenberg wegen Kinderlähmung unter Quarantäne gestellt, und ab sofort war Habe Norbert Lehrling (1947)
Norbert war damals beim Sportverein in der Sektion Segelflug und baute wieder Flieger. Austria Meise von Salzmann, Baby, Westmark, und auch wieder ein paar Eigenkonstruktionen. Er hatte alle Volkmann Pläne gesammelt die er kriegen konnte und in das Bastel-Plan-Archiv der Kapfenberger eingebracht.
Damals wurden auch die Restbestände der manntragenden Flieger aus der NS-zeit aufgeteilt, so kam eine SG38 ins Steirische, für Bruck und Kapfenberg gemeinsam. Die einen bekamen den Rumpf, die anderen die Tragflächen. Und so hatte jeder Verein etwas zum ergänzen. Der SG38 ist komplettiert worden und zeigte einige Entwicklung voraus. Außer der Fliegerei widmete sich Norbert Habe auch der Musik (Blasinstrumente).
Schon mit 17 Jahren, lernte er seine Frau Anna kennen, die damals gerade Damenschneiderlehre absolvierte. Durch die Musik entstanden Kontakte zu Leuten in der Schwerindustrie, woraus sich der erste 'lukrative' Arbeitsplatz nach der Lehre ergab. (Firma Felten & Guilleaume in Diemlach/Kapfenberg). Nach 4 Jahren stand Nachwuchs ins Haus, das junge Paar heiratete und im 4 Jahres-Takt kamen 2 Söhne und eine Tochter zur Welt.
Doch nicht nur Familienaufbau sondern auch berufliche Weiterbildung waren Norbert Habe wichtig. Der Wechsel zur Firma Böhler in den Erlachhammer 1957, ließen Ihn wieder ganz unten beginnen, doch dem damaligen Leiter der Abteilung fiel die Arbeitsweise Habes auf - kurz darauf fand sich H.N. in der Montanistischen Hochschule wieder. Seine Genauigkeit und sein Streben nach Verbesserung führten zum besten Abschluß seit Bestehen der Schule. Der berufliche Aufstieg bis zum Schmiedemeister folgte.
Auch die Fliegerei entwickelte sich weiter, H.N. machte in Graz den Segelflugschein. Der Kapfenberger Verein hatte in der Zwischenzeit manntragende Segler, ein Grunau Baby und eine Musger MG19A gebaut. Den Überstellungsflug und somit die Erste Landung auf der Wiese des künftigen! Flugplatzes Kapfenberg machte H.N. Jetzt fehlten nur noch Hangar und Turm, und außerdem - ein Segelflugverein mit Platz ohne Lehrer??? Also - Fluglehrer-Ausbildung in Graz und Prüfung in Wien. Sohn Wolfgang, inzwischen im pubertären Alter, wünschte sich einen ferngesteuerten Segler. Vater dachte: besser als Disco oder Moped. So kam der erste RC-Flieger ins Haus der Habe's, ein 'Cirrus' von Graupner, bis dahin gabs nur Freiflieger, (oder eben Manntragend).
Doch mit der Fernsteuerung kamen wieder neue Probleme. Gut fliegende Modelle stürzten plötzlich unmotiviert ab! Andere Kapfenberger hatten das gleiche Problem!!! Da lag etwas in der Luft... das Frequenzgewirr konnte nur auf eine Art gebändigt werden. Nach einer eilig einberufenen Zusammenkunft aller fersteuernden bekannten Modellflieger, zu der Norbert Habe eingeladen hatte, gründeten die Anwesenden einen Modellflugverein, N. Habe wurde als Obmann gewählt. Einige Verhandlungen waren noch nötig, bis endlich Ferdinand Wiedner und H.N. bei einigen Flaschen Rebensaft erfolgreich einen Bauern überzeugen konnten, dass auch ein Flugplatz notwendig wäre. (Platz besteht noch heute)!
In den Jahren bis 1980 hatte sich das Modellfliegerbasteln bereits kommerzialisiert. So wurden in Massen Bausätze z.B. für Gerd Kirchert in Wien der BOSS, sowie Eagle und Scirocco hergestellt. Nach gescheiterten Gehaltsverhandlungen mit der Fa. BÖHLER, machte er sich total selbständig und verlegte den Standort der Produktion 1982 nach Pinkafeld im Burgenland. Zur gleichen Zeit flatterte ein Brief aus Deutschland ins Haus. Die Personalabteilung der Böhler-Tochterfirma in Düsseldorf machte ein Angebot, den maroden Schmiedebetrieb wieder hoch zu bringen.
Am 7.März 1983 nahm Norbert Habe den Job an, seine Frau kam im April nach Deutschland nach. Innerhalb der darauffolgenden 10 Jahre führte er die Schmiede zurück auf den Erfolgskurs, was ihm bis heute den Ruf eines anerkannten Schmiedefachmanns im ganzen deutschsprachigen Raum einbrachte. Bei seiner Ankunft in Deutschland war Ostern. Also spazierte er in der neuen Heimat in Firmennähe umher und entdeckte eine Tafel mit der Aufschrift 'Modellflugplatz'...
Im neuen Heim hatte er bald wieder eine Werkstatt im Keller, gleich neue Flieger, schon aerodynamisch durchgebildet, und autodidaktische Weiterbildung, überschlagsmäßige aerodynamische Berechnungen, Profile auf Millimeterpapier, Berechnung der Profile als neues Steckenpferd entdeckt.
(in Schlagworten der Ablauf)
Der Modellflugverein in Meerbusch, die neue Heimat, hatte 105 Mitglieder, nur 7 davon waren Segler. Einer dieser Flieger, damals Student, hatte die Idee, - da der Vater eine Nachrichtenagentur hatte lag es nahe, - eine Modellbauzeitschrift herauszugeben. Kai Erdmann war jener, der Norbert Habe ersuchte '...den Titel hab ich schon, bitte schreib auch was!' So wurde Norbert der erste Journalist beim neuen AUFWIND-Modellflugmagazin.
Im Verein durften Segler nur noch fliegen wenn kein Motorflieger in der Luft war, die zahlenmäßige Unterlegenheit führte zu einer Abspaltung und Gründung eines neuen Klubs. Ein Bauer war selbst begeisterter Modellflieger in seiner Jugend, vermietete einen 330 x 40m großer Platz. Bekannte Namen, wie Volker Klemm und die Kowalsky Brüder waren dabei. Norbert Habe wurde abermals zum Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt, und ist heute Ehrenmitglied im noch bestehenden Verein.
In den 90er Jahren kam der inzwischen erwachsene Sohn Wolfgang mit einem Laptop zu Besuch, er konnte das 'zu Fuß rechnen' von Profilen und Modellen seines Vaters nicht mitansehen. Anfängliche Bedenken gegen den Computer konnte erst ein schon auf Diskette vorhandenes, Profilberechnungsprogramm beseitigen. - Weihnachten folgte, somit auch ein eigener Computer, der Abend war gelaufen...
Ab dieser Zeit beschäftigte sich H.N. systematisch mit der Erforschung und Entwicklung von Modellflug-Flügel/Leitwerk-Profilen und der aerodynamischen Gesamtauslegung von Modellen. Er entwickelte seine eigene Philosophie durch Vergleich und Erforschung, über die man einen ganzen Nachmittag diskutieren könnte.
1993 ging H.N. in den Ruhestand, das Modell 'Carisma' entsteht in gefrästen Formen. Dem Hilferuf einer Grosschmiede in Ostdeutschland nach der Wende folgte H.N., der Schmiedespezialist. Noch einmal war er 3 Jahre im Einsatz. Die halbfertige 'Carisma' - Produktion übernahm Volker Klemm, Firma KLEMM-Sport.
Mitte 1998, nach 51 Jahren aktiver beruflicher Tätigkeit geht H.N. endgültig in den Ruhestand und hat nun Zeit für seine 'Freizeit-Beschäftigung'.
Ende1999 erreichte die Habes ein Anruf von einem Freund aus der Heimat, ein Wohnungsangebot, - es folgte die Heimkehr nach Kapfenberg! Anfragen bezüglich der Profilwahl für Segelflugmodelle wurden mittlerweile International. So auch die vom Amerikaner Tom Copp via e-mail , Profil HN-354SR als Antwort. Tom Copp, immer begeisterter Wettbewerbspilot aber nie erfolgreicher als 14. Platz gewann mit dem neuen Flieger auf Anhieb. Aus der englischen Zeitung "Q& FI" erfuhr Norbert Habe näheres, nahm Kontakt mit dem Hersteller dieses Fliegers (mit seinem Profil) auf. Tom Copp hatte rund 40.000$ !!! in die Urformen investiert. Der Ur 'NYX' war geboren, ein Allrounder.
Der Wunsch nach spezieller F3F-Ausführung wurde laut, der direkte Kontakt zum Hersteller erwies sich als sehr zeitsparend. Ein Urmodell aus den Formen als Kernmodell - 6 Wochen vor dem Donaupokal am Braunsberg dieses Jahres, Frühjahr 2002. Der Prototyp wurde gerade noch fertig, Bernhard Pomberger kann ihn 3 Tage vor dem Bewerb noch einfliegen, und gewinnt den Donaupokal auf Anhieb !!!!!!
Das Nyx Team entstand, der Manager h.c. ist H.N. In Rana folgte ein 3fach-Sieg der Nyx - Flotte. H.N. fliegt selbst keine Wettbewerbe, '..mir schlottern die Knie, und ich bin auch schon zu alt, die Reaktion reicht net...', aber er kanns noch ganz schön krachen lassen.
geschrieben von Mario Testory, Prop Magazin |